Rasanter Anstieg der Immobilienpreise in China

Ausblick auf Shanghai

Ausblick auf Shanghai

Experten befürchten, dass die chinesische Regierung die drohende Immobilienblase nicht in den Griff bekommt.

Im Oktober 2010 sind die Immobilien- und Grundstückspreise in China innerhalb nur einer Woche um 11 Prozent gestiegen. Dies belegen Daten chinesischer Immobilienmakler. 3 Jahre nach Beginn der Finanzkrise am Wohnungs- und Immobilienmarkt sind sich alle einig. Ob in- oder ausländische Ökonomen, potentielle Käufer und nicht zuletzt die chinesische Regierung.

Die einhellige Meinung: Der Markt ist überbewertet und überhitzt. Auch im Juli war schon ein 10 Prozent Anstieg auf dem Markt zu verzeichnen. Hiervon sind die 70 größten Städte in China betroffen.

US Ökonome rechnen mit einem Kollaps auf dem cinesischen Immobilienmarkt. Der Index für Immobilienfirmen am Aktienmarkt in Shanghai ist seit Jahresbeginn um 23 Prozent gefallen. Der chinesische, stellvertretende Leiter des staatlichen Finanzforschungsinstitus, Ba Shusong räumt zwar ein, dass es örtliche Blasen gäbe, aber diese keinerlei Gefahr für den Gesamtwachstum darstellen.

Direkte Eingriffe und Regulierungen am Markt sind durch das chinesische System natürlich sehr schnell umzusetzen. Ob man das nun als Vor- oder Nachteil werten will, sei dahin gestellt.  Beispielsweise dürfen Banken keine Wohnungskredite mehr an Käufer von Drittwohnungen vergeben und es wird eine hohe Anzahlung in Höhe von ca. 30 Prozent verlangt. Zusätzlich wird in aller Öffentlichkeit von der Regierung die zügige Einführung einer Grundsteuer auf teure Immobilien diskutiert. Diese Regelungen sollen Spekulanten vom chinesischen Immobilienmarkt fern halten. Weil diese Maßnahmen, laut Ökonom Dariusz Kowalczyk von Credit Agricole in Hongkong, noch nicht viel Wirkung zeigen, werde die Regierung die Schrauben vermutlich weiter anziehen. Trotz aller Maßnahmen wird der überzogene Markt an Wert verlieren. Die Investmentbanker von Nomura rechnen mit einem Preisrückgang von 10 – 20 Prozent in den nächsten 12 – 18 Monaten, was zwar dramatisch für Investoren wäre, aber immer noch keine Katastrophe, welche die gesamte Makroökonomie belasten könnte. Immerhin wird auf das gesamte Jahr hin gerechnet, immer noch ein Gesamtwachstum von mindestens 10 Prozent erwartet.

Zitat Handelsblatt:

In Chinas unkomplizierten und staatliche geregelten Finanzsystem sind die Immobilienpreise außerdem nicht durch versteckte Mechanismen mit den Bankbilanzen verknüpft. Es wirken auch keine Hebel auf die Gewinne und Verluste, wie US-Banker sie durch Arbeit mit großen Mengen geliehenen Geldes konstruiert haben. Einen Stresstest auf fallende Immobilienpreise überstanden Chinas Geldhäuser jedenfalls mit guten Noten.


Fotograf: Dieter Schütz / pixelio.de